The heart of the beauty

The kind of musicality, in which this music has been engendered, considering its style and usability is in fact outside the today popular genres. We have here a direct and expressive sound-world – in its kind confessional, contemplating, walking on inner paths and projecting them on to the surface – which due to its improvisational character might be the closest to jazz, this typical, determining musical phenomenon of the 20th century. This recording carried out in an extraordinary short time is in fact the synthesis of a long past rich in substance. A (in my opinion) unique musical workshop had been creative during more then two decades where a dozen of musicians had the permanent opportunity (some occasionally) to develop themselves into the necessary intuition, into an acoustic and technical “all-knowing” state, which are basic condition and means for the musical improvisational talent and which – additionally to the indispensable gift of innate capacity –  consecrate the musician as an indirect musical “speaker” and the musicians as means for playing together and for evoking a special world of music. The musical material “The heart of beauty” is one of the later formulations of this long and inaugurating theoretical and practical work. It is a totally personnel and may-be for this reason, a deepest contemporary music.

My peer in this is the trumpet artist Miklós Mákó, who tempted me to this poetic chamber-game. He is one of them who when walking along on this more than a little effort requiring however rather blissful path was deepest initiated into this cosmic world of music, in this unparalleled rich and paradisiacal sphere.

Today I know: it was no coincidence that following our performance such a weightless, “Earth-less”, floating musical material has been recorded during the hours in these two short days. Since our thoughts were for some time no longer riding on “object games”, and it was good to feel the unusual and timeless lightness of our instruments and means.

The recorded 13 pieces remind us in their flow about the protracting and still almost motionless visionary character of Mussorgsky’s Pictures at an exhibition – from the entry into a different, nobler sphere till the unexpected arrival at the end of contemplation’s pathless paths. We crossed pier-less bridges and while underneath we perceived dimly a deserted and beloved world, light swept us away.

György Szabados (translation by Tharan Marianne)

GSMD2004B2&3

Das Herz der Schönheit – Reise am Firmament –

Die Musikalität, in der diese Musik gezeugt worden ist, steht tatsächlich außerhalb der heute populären Gattungen, was ihren Stil und ihre Verwertbarkeit betrifft. Es handelt sich um eine bekenntnisartige, betrachtende, die inneren Wege begehende und extrapolierende, und doch direkte und expressive Tonwelt, die durch ihren Improvisatorischen Charakter doch vielleicht eher dem Jazz am nahesten steht, diesem charakteristischen, bestimmenden Musikphänomen des 20. Jahrhunderts. Die in einer außerordentlich kurzen Zeit realisierte Aufnahme ist in der Wirklichkeit die Synthese einer langen und inhaltsreichen Vergangenheit. Ein – ich meine – einzigartiger Musikworkshop war über mehr als zwei Jahrzehnte tätig, wo ein Dutzend Musiker permanent (andere zeitweise) die Gelegenheit hatten, in sich dasjenige akustische, technische und die nötige Anschauung innehabende „Allwissen“ entfalten zu lassen, das Grundbedingung und Medium der musikalischen Improvisation ist, und das – in Ergänzung der unentbehrlichen Gabe der angeborenen Fähigkeit – den Musiker zu einem indirekten musikalischen „Sprecher“ und die Musiker zu zusammenspielenden und eine besondere Musikwelt heraufbeschwörenden Medien weiht. Einer der späteren Fassungen dieser langen und einweihenden theoretischen und praktischen Arbeit entspricht der musikalische Stoff „Das Herz der Schönheit“. Es ist eine völlig persönliche, und vielleicht deshalb tief zeitgemäße Musik.

Mein gleichrangiger Geselle darin ist der Trompetenkünstler Miklós Mákó, der mich zu diesem poetischen Kammerspiel verlockt hat. Er ist einer von denen, die auf diesem nicht wenig Anstrengung abverlangenden, aber eigentlich glückseligen Weg in diese kosmische Welt der Musik am tiefsten eingeweiht wurden, in ihre beispiellos reiche, paradiesische Sphäre.

Heute weiß ich: es war kein Zufall, dass in den Stunden der kurzen zwei Tage der Aufnahme, dank unserem Spiel, so ein gewichtsloses, „Erdloses“, sozusagen schwebendes Musikmaterial entstanden ist. Da unsere Gedanken schon lange nicht mehr auf „Gegenstandspielen“ ritten, und es war gut die ungewöhnliche und zeitlose Leichtigkeit unserer Mittel zu spüren.

Die 13 Stücke der Aufnahme erinnern einen in ihrer Strömung an den hinziehenden Charakter und doch fast stehende Visionsartigkeit von Mussorgsky’s Bilder einer Ausstellung – vom Eintritt in eine andere, noblere Sphäre bis zur unerwarteten Ankunft auf weglosen Wegen der Besinnung. Wir haben pfeilerlose Brücken überquert, und während unten eine verlassene und geliebte Welt schimmerte, ließen wir uns vom Licht mitreißen.

György Szabados (Übersetzung von Marianne Tharan)